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Die Eishalle im deutschen Bad Reichenhall sollte in wenigen Minuten geschlossen werden als um 15:54 die Decke einbrach und die eisschuhlaufenden Kinder und Jugendlichen unter sich begrub.


Der Winter 05/06 war schneereich und kalt. In Deutschland brachen in dieser Zeit mehrere Dächer unter den enormen Schneemassen ein. Als in Bad Reichenhall am 2. Januar 2006 die Decke der örtlichen Eishalle einbrach, vermutete man zuerst, dass auch daran das mittlerweile tonnenschwere Weiss die Schuld trug. Doch schon kurze Zeit nach dem Unfall wurde klar, dass die Schneemassen auf dem Dach das zulässige Gewicht nicht überschritten hatten. Vielmehr hatten unglaubliche Mängel in der Planung, im Bau und in der Wartung der Halle, die zwischen 1971 und 1973 erstellt worden war, zu dem schrecklichen Unglück geführt.

Die Eishalle mit eingestürztem Dach

Eltern verloren beide Kinder

Von den Deckenstücken der beliebten Wintersporthalle wurden 15 Menschen erschlagen, darunter 12 Kinder und Jugendliche. Die meisten waren sofort tot. Das Drama von Bad Reichenhall bedeutete für viele Menschen einen unglaublichen Schicksalsschlag. So verlor ein Ehepaar seine beiden Töchter, eine Mutter hatte unter den Trümmern die Hand ihrer Tochter gehalten, während das kleine Mädchen starb. Während des Rettungseinsatzes gab es nur wenige positive Nachrichten. Dazu gehörte die Entdeckung eines 5jährigen Mädchens, das von den Helfern lebend geborgen werden konnte. Allerdings lag dessen Mutter tot auf dem völlig zerstörten Eisfeld. Der Vater und der Bruder des überlebenden Mädchen dagegen hatten sich retten können und stundenlang auf Nachrichten von der Kleinen und deren Mutter gewartet.

Fahrlässigkeit der Stadt?

Die Eishalle von Bad Reichenhall wurde 2007 abgerissen. Heute steht dort ein Denkmal für die Verstorbenen.

Denkmal für die Unfallop

Im Zusammenhang mit dem traurigen Unfall wurden immer wieder Vorwürfe laut, dass die Stadt Bad Reichenhall Zeugen zum Stillschweigen angehalten habe. Schliesslich habe sie in den siebziger Jahren den Bau der Halle veranlasst. Damals waren die statischen Berechnungen von der Baufirma nicht überprüft worden, obwohl das Vorschrift gewesen wäre. Die Berechungen waren aber fehlerhaft. Zudem waren die für das Dachtragwerk verwendeten Harnstoffharzklebstoffe nur für trockene Umgebungen zulässig.

Im Verlauf der Gerichtsverhandlungen wurde aber festgehalten, dass diese Erkenntnisse 1972 noch nicht vorhanden gewesen seien. Zudem war die Statik im Jahr 2003 überprüft worden. Der verantwortlich Statiker hatte dabei Mängel übersehen und stand im Prozess, der im Januar 2008 begann, auch auf der Anklagebank.

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