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Bei Dunkelheit und intensivem Schneeregen stürzte eine Crossair-Maschine des Typs Avro JR 100 Jumbolino am 24. November 2001 in einen bewaldeten Hügel bei Bassersdorf. Dabei kamen 24 Insassaen ums Leben, darunter auch die beiden Piloten und die US-Sängerin Melanie Thornton. Nur 9 Passagiere überlebten das Unglück.

Die im Jahr 2002 in die Swiss integrierte, damals seit 25 Jahren unfallfreie Fluggesellschaft Crossair machte im Jahr 2001 gleich mit zwei Unfällen von sich reden. Am 10. Januar 2001 verloren bei einem Absturz in Nassenwil alle 10 Insassen ihr Leben. Noch verheerender allerdings waren die Folgen des Absturzes einer Corssair-Maschine des Typs Avro JR 100 Jumbolino am 24. November bei Bassersdorf. 24 Insassen starben, und das Überleben von 9 weiteren Passagieren erschien vielen wie ein Wunder. Im Zuge des Todesdramas gerieten vor allem der Pilot der Unglücksmaschine und der damalige Crossair-Chef André Dosé ins Visier der Kritik. Aber auch der erst vor kurzem zurückgetretene Chef der Crossair Moritz Suter wurde medial stark angegriffen.

Orange gefärbter Himmel

Die verunglückte Maschine war in Berlin-Tegel um 21 01 Uhr gestartet und hätte um 22 15 Uhr in Zürich Kloten landen sollen. Doch der 57jährige Bordkommandant des Fluges LX 3579 hielt beim Landeanflug die Mindesthöhe nicht ein und raste bei Dunkelheit und intensivem Schneeregen in einen bewaldeten Hügel. Der damalige Gemeindepräsident von Nürensdorf, Franz Brunner, erzählte später am Schweizer Fernsehen, wie er das Flugzeug über Birchwil gesehen habe und sich danach der Himmel orange gefärbt habe. Der Jumbolino zerbarst durch den Aufprall im gut zugänglichen Waldstück in mehrere Teile. Alle Toten wurden aus dem Wrack des Flugzeuges heraus und aus Trümmerstücken geborgen.Die 9 Überlebenden hatten sich selbständig aus dem Flugzeug befreien können. Zwei von ihnen befanden sich noch mehrere Tage in einem kritischen Zustand, die anderen waren teilweise nur leicht verletzt. Zwei von den glücklichen Überlebenden sollen nach dem Absturz sogar im Restaurant Kreuz von Nürensdorf gesessen haben, das damals zum Dreh- und Angelpunkt von Feurwehrleuten, Rettungssanitätern, Polizei und Medienleuten umfunktioniert worden war.

Massive Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen

Sowohl die beiden Piloten als auch die US-Sängerin Melanie Thornton kamen beim schlimmsten Unfall der Crossair ums Leben. Der zwei Jahre später erschienene Bericht des Büros für Flugunfalluntersuchungen BFU kitisierte die Crossair und sprach von gravierenden Sicherheitsmängeln bei der Fluggesellschaft. So seien Verfahrenvorgaben häufig nicht befolgt worden. Das Nichteinhalten der Mindesthöhe durch den Piloten der Unglücksmaschine sei kein Einzelfall. Die Crossair habe nur eine bescheidene Flugsicherheitsabteilung, und das Auswahlverfahren der Co-Piloten habe nicht dem internationalen Standart entsprochen.

Suter und Dosé vor Gericht

Aber auch das Bundesamt für zivilie Luftfahrt BAZL und die Flugüberwachungsfirma Skyguide wurden angegriffen. Das BAZL habe die Pilotenausbildung zu wenig überwacht, und bei der Skyguide hätten zum Absturzzeitpunkt nicht genug Leute gearbeitet. Im Mai 2008 begann der Prozess gegen sechs Verantwortliche vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona. Darunter waren auch Moritz Suter und André Dosé. Eine der prominenten Überlebenden des Absturzes, die Zürcher SP-Gemeinderätin Jacqueline Badran, trat damals an die Öffentlichkeit und verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass im Prozess die Verwantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Es gehe ihr aber nicht um eine Bestrafung, sondern darum, dass es zu einem solchen Unglück nicht mehr kommen könne.

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