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Am 27. November 2004 kam es in Gretzenbach zu einem der folgenreichsten Deckeneinstürze in der Schweiz. In der Tiefgarage einer Wohnsiedlung brannte es, die Stützpunktfeuerwehr Schönenwerd-Gretzenbach  rückte an, wollte löschen  und verlor 7 Männer unter den Trümmern der unerwartet einstürzenden Garagendecke.

Es sah nicht nach einem allzu gefährlichen Einsatz aus, als die Männer der Milizfeuerwehr Schönenwerd-Gretzenbach am frühen Morgen des 27. November 2004 anrückten um den Brand in einer Tiefgarage einer Wohnsiedlung zu löschen. Ein parkiertes Auto war wegen eines technischem Defektes im Motorraum in Brand geraten, und nun galt es die Ausbreitung des Brandes zu verhindern.

Gravierende Mängel beim Bau

Was die Feuerwehrleute nicht wissen konnten war, dass bei Planung und Durchführung des Baus der Tiefgarage gravierende Fehler gemacht worden waren. So erfüllten zum Beispiel die Stützen der Garagendecke die Sicherheitsnormen nur ungenügend. Ausserdem befand sich über der Garage eine vorschriftswidrig hohe Erdschicht. Zusammen mit dem Brand führten diese Mängel zu einem plötzlichen Einsturz der Decke. Von den 10 Männern die in der Garage im Einsatz waren, konnten nur 3 gerettet werden, und diese kämpfen bis heute mit den physischen und psychischen Folgen des Unglücks von Gretzenbach.

Zu ihren 7 verstorbenen Feuerwehrkollegen bestand nach dem Einsturz am frühen Morgen zunächst noch teilweiser Funkkontakt , ab 10 Uhr morgens allerdings gab es von den Verschütteten  keine Lebenszeichen mehr. Alle fanden noch an der Unfallstelle ihren Tod. Die Angehörigen der Toten erfuhren in den Tagen nach dem traurigen Unglück grosse Solidarität von den Einwohnern Gretzenbachs, bei denen die Betroffenheit riesig war. Ausserdem erhielten die Familien der verstorbenen Feuerwehrmänner von der Solothurner Regierung finanzielle Überbrückungshilfen.

Erfolgreicher Rekurs der Angehörigen

Nachdem das Verfahren gegen die Bauverantwortlichen der eingestürzten Einstellhalle im November 2005 aus Verjährungsgründen eingestellt worden war, rekurierten Feurwehrleute und Angehörige der Verstorbenen gegen den Entscheid der Staatsanwaltschaft. Das Solothurner Obergericht hiess den Rekurs im November 2008 gut. Die sogenannte "Unterlassung zur Beseitigung eines gefährlichen Zustandes" sei nicht als verjährt zu betrachten. Nun muss die Staatsanwaltschaft die Untersuchungen gegen die 2 Bauherren und weiteren 4 Bauverantwortlichen erneut aufnehmen. Angeklagt sind sie wegen fahrlässiger Tötung, Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde und Verursachen eines Einsturzes.

 

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