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Kurz vor elf Uhr Vormittags stürzte ein schwerer Tanklastzug von der Wiehltalbrücke (Nähe Köln) nach einem Zusammenstoss mit einem Personenwagen der Marke BMW. Der Schaden an der Brücke wird auf 30 Millionen Euro beziffert.

Unfallhergang

Beide am Unfall beteiligten Fahrzeuge fuhren auf der Autobahn in Richtung Gummersbach. Da Mustapha A.,  der Fahrer des BMW seine Geschwindigkeit nicht an die bestehenden Wetterverhältnisse anpasste, verlor er die Kontrolle über seinen Wagen und es kam zum Aquaplaning. Der BMW prallte seitlich in den Lastzug, der mit rund 33’000 Litern Krafstoff, davon 17’000 Liter Superbenzin, 8’000 Liter Benzin sowie 8’000 Litern Hezöl, beladen war, wobei dei Achse des Lastzuges abgerissen wurde. Der LKW wurde dadurch unlenkbar geworden und prallte in die Leitplanken. Diese sowie die darin eingelassenen Fangseile konnten den Lastwagen nicht halten, da sie lediglich für Fahrzeuge ausgelegt waren, die das Gewicht von 13 Tonnen nicht überschritten. Der Lastzug stürzte 10 Meter in die Tiefe, wobei sich der Kraftstoff entzündete und der Lastzug in Flammen aufging. Es sollen Temperaturen von bis zu 1000 Grad entstanden sein. Der Fahrer verstarb noch auf der Unfallstelle. Die Brücke wurde stark beschädigt. Der Fahrer des BMW beging mit seinem Bruder, der am Unfall als Beifahrer beteiligt war Fahrerflucht, konnte aber bald darauf von der Polizei gefasst werden.

Sachschäden

Schäden an Gebäuden

Durch den Brand des Lastzugs wurde glücklicherweise lediglich ein Gartenaus beschädigt, in dem sich zum Unfallzeitpunkt keine Personen befanden.. Die Wohnhäuser, die sich nur wenige Meter entfernt befanden, blieben unversehrt.

Beschädigung der Brücke

Nach dem Unfall wurde die Autobahnbrücke zunächst für die Fahrtrichtung Kön gesperrt, rund eine Stunde später galt auch die Gegenrichtung als nicht befahrbar. Auch die Ortschaft Weiershagen wurde weiträumig abgesperrt. Insgesamt waren 130 Feuerwehrleute im Einsatz, zudem wurden Brückenstatiker angefordert, da die Eisenträger der Brücke aufgrund des Brandes stark beschädigt waren und die Gefahr eines Zusammenbruchs der Brücke bestand. Bereits bei einer Temperatur von 500°C verliert die Stahlbetonkonstruktion der Brücke an Tragkraft. Die Brücke blieb bis im Juli 2006 gesperrt, das betroffene Brückensegment wurde herausgetrennt und durch ein Neues ersetzt.

Ermittlungen

Rund ein Jahr später wurde ein Prozess gegen den Fahrer des BMW, Mustapha A. geführt. Zeugen mussten mittels Modellautos und einer Luftbildaufnahme vom Unfallort vor dem Gummersbacher Gericht den Unfallhergang rekonstruieren. Diesen Aussagen zufolge sei der Lastzug vorschriftsgemäss auch der rechten Spur gefahren. Ein diplomierter Informatiker sagte aus, er habe kurz vor dem Unfall den Lastzug überholt, wobei es bei ihm zu Aquaplaning gekommen sei. Er habe gemerkt, wie sein Auto geruckelt habe und er habe deswegen das Lenkrad sehr festhalten müssen.Es sollen katastrophale Wetterverhältnisse geherrscht haben. Das Wasser sei in Strömen über die Fahrbahn geflossen. Statt der erlaubten 80km/h sei Mustapha A. trotz dieser Wetterverhältnisse mit 100km/h unterwegs gewesen, zudem seien die Reifen des Wagens abgefahren gewesen.

Mustapha A., der sich nicht im Besitz eines Führerscheins befand, habe gleich nach dem Unfall einen sehr geschockten Eindruck gemacht. Wie die Achse eines Lastwagens brechen könne, soll er die Zeugen mehrmals gefragt haben. Während des Prozesses soll sich Mustapha A. weitgehend schweigend verhalten haben.

Pannen bei der Spurensicherung

Die Spuren wurden nur unzureichend gesichert. So wurde es beispielsweise versäumt Nahaufnahmen von den sich am Unfallort befindenden Glasscherben zu erstellen. Die einzigen Bilder, auf denen dieselbigen abgebildet sind, stammen von einem Helikopter. Die Unfallsplitter wurden zudem von niemandem gesichert, da man versäumt hatte, den Befehl dazu zu erteilen.

Mustapha A. und sein älterer Bruder wurden lediglich unzureichend bewacht und nicht getrennt. Somit konnten sie sich auch auf Arabisch verständigen. Mustapha A. bezichtigte seinen Bruder der Fahrer des Wagens gewesen zu sein. Im Krankenhaus hielten sich die beiden sogar im selben Behandlungszimmer auf. Mustapha A. war nicht vorbestraft. Indes sei er einmal im Jahre 2003 mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden, was ihm  nebst dem Bussgeld einen Punkt in seiner Verkehrssünderdatei eintrug, obwohl er übehraupt keinen Führerschein besass.

Weblinks

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