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Todesdrama in mexikanischem Kinderhort

 

In einer mexikanischen Kindertagesstätte fanden über 40 Kleinkinder und Babys in einer infernalischen Brandkatastrophe den Tod. Sie erstickten, verbrannten oder wurden von Trümmerteilen erschlagen. Feuerwehr und Nachbarn hatten mit verzweifelten Aktionen versucht noch möglichst viele Kinder zu retten.


Am frühen Nachmittag des 5. Juni 2009 spielten sich im mexikanischen Hermosillo schreckliche Szenen ab. In einer Garage, die vermutlich als Reifenlager diente, war ein Brand ausgebrochen, der sich in Windeseile auf die angrenzende Kindertagesstätte "ABC" ausweitete. Die Flammen überraschten die meisten Kinder im Mittagsschlaf. Doch auch wach wären die Kleinen völlig hilflos gewesen. Viele von ihnen konnten noch nicht gehen, ausserdem sei der einzige Notausgang verschlossen gewesen.

Inferno mit rund 40 toten Kleinkindern

Von den 142 Kleinkindern und Babys zwischen drei Monaten und 5 Jahren, die sich zum Zeitpunkt der beispiellos grausigen Brandkatastrophe im Gebäude des Kinderhorts befanden, kamen bis zu 42 im giftigen Rauch, den Flammen und den einstürtzenden Gebäudeteilen um. Die genauen Opferzahlen, die gemeldet werden, widersprechen sich zwar - das liegt auch daran, dass viele schwer verletzte Kleinkinder noch in den Spitälern um ihr Leben kämpfen - doch klar ist, dass es sicher um die 40 tote Kinder gibt.

Vor und in den Kliniken der Hauptstadt des nordwest-mexikanischen Staates Sonora versammelten sich die verzweifelten Eltern und suchten nach ihren Kindern. Bis zum Samstag konnten die meisten Todesopfer zwar identifiziert werden, doch die kleinen Überlebenden haben teilweise so schwere Brandverletzungen, dass sie von ihren Eltern kaum erkannt werden können.

Verzweifelte Rettungsversuche

Was die Feurwehr und die spontan zu Hilfe geeilten Anwohner der Kindertagesstätte im Gebäude angetroffen haben, muss mehr als ein Vorgeschmack der Hölle gewesen sein. Helfer rammten mit Fahrzeugen Fluchtlöcher in die Mauern des Hortes, viele rannten mit bis zu vier Babys in den Armen aus dem Gebäude, Ärzte versuchten die Kleinen auf den Trottoirs zu animieren, Polizisten weinten und schrien.

Auch der mexikanische Präsident Felipe Calderon ist zutiefst betroffen von dem schaurigen Unglück und kündigte umfassende Ermittlungen durch das Justizministerium an. Zudem entsandte er 15 auf Brandwunden spezialisierte Ärzte und medizinisches Spezialgerät nach Hermosillo. Am Samstag besuchte er in zwei Krankenhäusern gar selbst  verletzte Kinder und ihre Familien. Die soziale Aufsichtsbehörde vermeldete, der betroffene Hort sei noch am 26. Mai 2009 inspiziert worden, räumte aber allfällige Mängel bei der Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen ein.

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Hermosillo, Mexico  MX