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Rasen verhindern

 

Seit Jahren engagiert sich die Schweizer Strassenopferhilfe Roadcross für eine härtere Gangart gegenüber jugendlichen Rasern. Im Winter 2008 hat die Organisation Strafrechtsprofessor und SP-Nationalrat Daniel Jositsch mit ins Boot geholt und arbeitet mit ihm zusammen an einer Initiative. Da die Schweizer Bevölkerung in den  vergangenen Jahren zu verschiedenen Initiativen, die sich gegen Straftäter richten und die Opfer schützen wollen, ja gesagt hat, werden der Initiave von Medien und Experten gute Chancen eingeräumt. Der Entwurf sieht insbesondere folgende Änderungen vor:

 

  • Erhöhung der Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung von drei auf acht Jahre
  • Keine bedingten Strafen mehr bei grobfahrlässigen Delikten
  •  Für Jung-Lenker soll eine Null-Promille-Grenze gelten
  • Raser-Autos sollen vom Staat künftig beschlagnahmt werden können

 

Auch im Schweizer Parlament waren im Sommer 2009 Vorstösse gegen Raserdelikte hängig. Zürcher EVP-Nationalrat Ruedi Aeschbacher reichte eine parlamentarische Initiative ein, deren Inhalte sich weitgehend mit der geplanten Volksinitiative von Roadcross decken. Für die Parlamentariergruppe, die sich aus allen grossen Parteien zusammensetzt, reicht der bisherige Strafrahmen nicht aus, zumal dieser auch bei sehr schwerem Verschulden von den Gerichten selten ausgeschöpft werde.


Allerdings ist der Ruf nach härteren Strafen nicht unumstritten. Dezidiert dagegen äussert sich der Verkehrspsychologe Andreas Widmer. In einem Interview mit der Verbandszeitung «Touring» sagte Widmer, dass sowohl hohe Bussen wie auch härtere Gefängnisstrafen Verkehrsrowdys kaum abschrecken würde. Emotionen würden jugendliche Raser erst zeigen, wenn ihr geliebtes Auto eingezogen und verschrottet würde.

 

Widmer empfiehlt daher folgende Massnahmen:

  • Intensive verkehrspsychologische Therapie
  • Null-Promille-Lösung für Neufahrer
  • Intensivere Kontrollen an neuralgischen Punkten
  • Fahrtenschreiber für Raser, die wieder autofahren dürfe

 

Während die meisten umliegenden Länder bereits härtere Gesetze gegen das Rasen kennen, ist in der Schweiz derzeit also noch offen, wie man in Zukunft versuchen wird, das Rasen zu verhindern.

 

 

 

 

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