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Quecksilber und Toxizität

Quecksilber allgemein

Grundsätzlich sind das elementare Quecksilber sowie seine Verbindungen vor allem gefährlich für das zentrale Nervensystem und die Nieren. Es kann bei akuter Vergiftung bis zum Tod führen und auch bei chronischer Überbelastung das zentrale Nervensystem sowie die Nieren schwer schädigen.

Die Hauptsymptome einer Quecksilber-Vergiftung sind folgende:

  • Zittern
  • Erregbarkeit
  • Wesensveränderungen
  • Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses
  • Krämpfe
  • Lähmungen
  • Kreislaufkollaps
  • Tod

Elementares Quecksilber

Das elementare Quecksilber kennt man vor allem durch seine Verwendung in Thermometern und Barometern. Ausserdem wird es für Amalgamfüllungen verwendet und für die Chlorherstellung eingesetzt. Es ist das einzige Metall, das bei Raumtemperatur flüssig bleibt. Das elementare Quecksilber ist hochgefährlich, wenn es eingeatmet wird. Gelangt es in die Lunge, so bleiben 80% im empfindlichen Atmungsorgan und gelangen über die Alveolen in den Blutkreislauf. Akute Konzentrationen sind meist nur am Arbeitsplatz möglich. Sie können aber auch durch das Zerbrechen eines Thermometers entstehen. Die akute Vergiftung kann zu Entzündungen der Bronchien und Bronchiolen führen. Die entsprechenden Symptome sind:

  • Atemnot
  • Blaufärbung von Lippen und Haut 
  • Kopfschmerzen
  • Fieber

Chronische Vergiftung durch elementares Quecksilber führt zur Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems und zu unter "Quecksilber allgemein" bereits genannten Symptomen.

Das elementare Quecksilber kommt auch natürlich vor, dort allerdings in unbedenklichen Mengen. Dämpfe von Quecksilbertröpfchen aus zerbrochenen Thermometern, die sich noch in Ritzen und Poren des Fussbodens befinden,  und  Dämpfe aus Amalgamfüllungen können zu chronischen Vergiftungen führen.

Gelangt elementares Quecksilber in den Magen-Darm-Trakt oder kommt es zu Hautkontakt so ist es praktisch ungefährlich.

Anorganisches Quecksilber

Anorganisches Quecksilber ist Quecksilber in Verbindung mit nicht-metallischen Elementen wie Chlor, Schwefel oder Sauerstoff. Als Salz ist es farblos. Früher wurde anorganisches Quecksilber in Pflanzenschutzmitteln, in Antifouling-Farben zum Holzschutz oder auch in Desinfektionsmitteln verwendet. Wird anorganisches Quecksilber oral eingenommen kommt es zu folgenden Symptomen und Schädigungen:

  • Verätzung von Mundhöhle, Rachen und Speiseröhre
  • Im Magen-Darm-Trakt: Kreislaufkollaps, Schock mit eventuell tödlichen Folgen
  • Nierenschädigung bis Nierenversagen

Organisches Quecksilber

Bei den organischen Quecksilberverbindungen ist wegen seiner Verbreitung in der Umwelt sowie wegen seiner Toxizität vor allem das Methylquecksilber wichtig zu erwähnen. Es entsteht primär in wässriger Umgebung aus elementarem Quecksilber. Dort gelangt es in die Nahrungskette und über den Fischkonsum in den menschlichen  Körper. Es führte beispielsweise in den 70er Jahren im Irak zum Tod von über 10`000 Menschen. Damals wurde diese Quecksilberverbindung noch als kostengünstiges Fungizid verwendet. Die Menschen im Irak hatten Brot aus behandeltem Saatgut gegessen. Methylquecksilber schädigt das zentrale Nervensystem und hat vor allem auf Ungeborene und Kleinkinder verheerende Auswirkungen. Folgende Symptome und Schädigungen sind bisher festgehalten:

  • Krämpfe
  • Spastische Lähmungen
  • Erblindung
  • Taubheit
  • Verzögerung der mentalen Entwicklung

Schätzungen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt folgende durchschnittliche Belastungen durch Quecksilber und seine Verbindungen ab:

  • 2,4 Mikrogramm Methylquecksilber pro Person und Tag
  • 3,8 bis 21 Mikrogramm aus Quecksilberdämpfen des elementaren Quecksilbers pro Person und Tag

Weiter geht die WHO davon aus, dass pro Person und Woche folgende Quecksilbermengen ohne Beeinträchtigung aufgenommen werden können:

  • 100 Mikrogramm Methylquecksilber pro Person und Woche
  • 300 Mikrogramm Gesamtbelastung durch Quecksilber und seine Verbindungen pro Person und Woche