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Brandschutzvorkehrungen in Kindertagesstätten

 

Es gibt viele Aspekte, die mitbeachtet werden müssen, um den optimalen Brandschutz in Kindertagesstätten garantieren zu können. Die baulichen Voraussetzungen müssen stimmen,  Flucht- und Rettungswege müssen frei sein, es braucht bestimmte Handlungshilfen und die entsprechende Ausbildung des Betreuungspersonals. Nachfolgend werden einige der wichtigsten Bestimmungen aufgelistet:

 

Bauliche Voraussetzungen:

  • Schon in der Planungsphase sollten Fachleute der Feuerwehr, der Bauämter und der Unfallversicherungsträger miteinbezogen werden. So kann nicht nur eine optimale Sicherheit in den Kindertagesstätten garantiert werden,  man verhindert auch spätere kostspielige Anpassungen.

  • Bei den Baumaterialien muss den Anforderungen der Landesbauverordnungen und ihren Normen entsprochen werden. Es muss auch auf den korrekten Einbau aller Bauteile geachtet werden.
  • Zufahrten und Zugänge zur Kindertagesstätte müssen für die Feuerwehr und andere Notfallfahrzeuge freigehalten werden. Parkplätze für die Eltern dürfen diese Zugänge nicht versperren und müssen gekennzeichnet werden.
  • Brandfrüherkennungssysteme sollten eingebaut werden, auch wenn dies gesetzlich nicht verlangt wird.
  • Die Schlafräume sollten auf jeden Fall mit einem Rauchmelder ausgestattet sein, da sich gerade dort oft kein Betreuungspersonal aufhält. Der Schlafraum sollten so geplant werden, dass er sich neben einem Gruppenaufenthaltsraum befindet, damit  der Rettungsweg im Fall eines Brandes kurz bleibt. Je nach Grösse des Raumes wäre es gut, er hätte eine eigene Tür nach draussen.
  • Besondere Vorsicht gilt bei abgehängten Lampen zwecks Schaffung einer gemütlichen Atmossphäre. Lampen dürfen auf keinen Fall mit brennbarem Material abgedeckt werden. Es können sonst auch Dimmer für eine mildere Lichtatmosspäre sorgen.

 

Flucht- und Rettungswege:

  • Fluchtwege sollten möglichst kurz sein und in einen gesicherten Teil des Gebäudes oder auf eine Freifläche führen. Sie müssen ausreichend und verständlich gekennzeichnet sein. In Kindertagesstätten mit Geschossen über und unter der Erdgleiche sollte ein zweiter baulicher Flucht- und Rettungsweg vorgesehen werden.
  • In Räumlichkeiten auf der Erdgleiche sollte jeder Gruppenraum eine eigene Aussentür besitzen. Schlafräume sollten ein Fenster oder eine Türe in einen Gruppenraum besitzen, damit die Kinder im Notfall hindurchgereicht werden können. Ist es nicht möglich in jeden Gruppenraum einen Notausgang einzubauen, so müssen Flure vorgesehen werden, die ins Freie führen.
  • Der zweite bauliche Flucht- und Rettungsweg auf den erdungleichen Ebenen sollte über ein Nottreppe in einen gesicherten Bereich führen. Als Alternative kann in Obergeschossen auch eine Fluchtrutsche angebracht werden.
  • Die Fluchtwege sollten auf Augenhöhe der Kinder und kindergerecht gekennzeichnet werden.
  • Den Kindern sollte die Bedeutung der Symbole der Fluchtwege so früh wie möglich beigebracht werden.
  • Die Türen der Notausgänge müssen jederzeit ohne HIlfsmittel geöffnet werden können und in Fluchtrichtung aufschlagen. Elektrisch verriegelte Türen sind nur dann zulässig, wenn sie bei Stromausfall auch manuell geöffnet werden können. Selbstverständlich düfen die frei zu haltenden Notausgänge nicht dazu führen, dass Kinder die Tagesstätte unbemerkt verlassn können.
  • Nottreppen müssen möglichst geradlinig verlaufen und zu jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung benutzt werden können. Sie benötigen einen zweiten kindergerechten Handlauf und die Stufen müssen in ihren Massen auf die Kinder abgestimmt sein.
  • Der Sammelpunkt sollte ein den Kindern bekannter Platz sein. Er muss mit einem Piktogramm gekennzeichnet sein. Von ihm aus sollte unter der Führung des pädagogischen Personals das Gefahrengelände sicher verlassen werden können.

Personelle, pädagogische und organisatorische Anforderungen

 

  • Das Personal sollte regelmässig für Notfällen geschult und über bestehende Gefahren aufgeklärt werden.
  • Brandschutzseminare und Wiederholungsunterweisungen sollten stets folgenden Inhalt haben:
  • Gefahren durch einen Brand, Grundlagen der Verbrennung, Erkennen von Brandursachen, Möglichkeiten der Brand- und Rauchausbreitung, Möglichkeiten zu vorbeugenden Schadensverhütung, Arten und Einsatz von Feuerlöschmitteln, spezifische Anforderungen in der eigenen Einrichtung
  • Es sollte ein hausinternes Brandschutz- und Notfallkonzept erarbeitet werden, dass allen Mitarbeitenden bekannt und vertraut ist.
  • Räumungsübungen sollten zweimal jährlich stattfinden. Am besten in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr.
  • Im Notfall ist stets die Vollzähligkeit der Kinder zu eruieren, zum Beispiel mit Hilfe von Gruppentagebüchern. Die Informationen zur Vollzähligkeit  und zum Auftauchen vermisster Personen sollten schnellstmöglich dem Einsatzleiter der Feuerwehr weitergeleitet werden. Der Einsatzleiter ist meistens mit einer farbigen Weste o.ä. gekennzeichnet.
  • Die Alarmierungseinrichtung sollte alle Mitarbeiter in allen Räumen schnellstmöglich warnen. Zu empfehlen ist hier ein Hausalarm, der über Rauchmelder oder Druckknopfmelder ausgelöst werden kann.
  • Die Ausführung der Brandschutzordnung sollte in Deutschland nach DIN 14096 Teil 1 bis 3 erfolgen. Die zuständigen Behörden (Bauämter und Feuerwehren) können hier wertvolle Hinweise und Hilfestellungen zum Erstellen des Alarmplans geben.
  • Die Ausstattung der Kindertagesstätte mit Feuerlöschmitteln sollte anhand der Vorgaben der "Regeln für die Ausrüstung von Arbeitsplätzen mit Feuerlöschern", GUV R-133, ermittelt werden, wobei die Gefahrenstufe als "mittel" anzunehmen ist.
  • Menschenrettung geht aber immer vor Brandbekämpfung!

  • Alle technischen Vorrichtungen sollten regelmässig und nach den gesetzlichen Vorgaben auf ihre Sicherheit und Funktionsfähigkeit geprüft werden.
  • Eine frühe und kindergerechte Brandschutzerziehung ist sinnvoll. Sie sollte in der Kindertagesstätte beginnen und in den Schulen fortgesetzt werden. Die örtlichen Feuerwehren sind in der Regel gerne bereit mitzuhelfen. Es gibt auch viele gute Lehrmittel zum Thema. Hierzu können auch die Feuerwehren angefragt werden.
  • Die Eltern sollten in die Brandschutzerziehung miteinbezogen werden.
  • Folgende Inhalte sollten kindergerecht und anschaulich vermittelt werden:
  • Kennenlernen des Elements Feuer (mit praktischen Beispielen), Erkennen der Gefahren, die von Rauch und Feuer ausgehen, Wie verhält man sich bei einem Brand in der Kindertagesstätte? (Räumungsübungen), Alarmierung der Feuerwehr über Notrufnummer (nach vorgegebenem Schema), Kennenlernen der Feuerwehr und ihrer Ausrüstung, Besuch einer Feuerwache oder eines Gerätehauses

Weitere detailliertere Informationen zu den baulichen Voraussetzungen, den Rettungs- und Fluchtwegen, den personellen, pädagogischen und organisatorischen Anforderungen sowie auch zu Handlungshilfen für die Einrichtungen finden Sie in untenstehnder Quelle.

Quelle:

http://www.rguvv.de/fileadmin/download/medien/Brandschutz_in_Kitas.pdf


 

 

 

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