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Verhalten bei Unfällen - allgemein

 

Wenn man an einen Unfall heranläuft, ist man schnell einmal überfordert. Was soll man tun? Was darf man überhaupt tun? In welcher Reihenfolge soll man handeln? usw. Die Schweizer Unfallverhütungsorganisation SUVA gibt folgende allgemeine Verhaltensregeln heraus:

 

  • Ruhe bewahren:

  1. Situation überblicken
  2. Was ist geschehen?
  3. Wer ist beteiligt?
  4. Wer ist betroffen/ verletzt?
  • Gefahren erkennen:

  1. Gefahr für Unfallopfer?
  2. Gefahr für Helfende?
  3. Gefahr für weitere Personen?

Diese ersten allgemeinen Handlungen sind besonders wichtig. Überhastetes Handeln kann zur Gefährdung der verletzten Person, der Helfer oder anderer Personen führen. Zudem hilft ein guter Überblick, dass kein Betroffener vergessen geht und man beim Alarmieren der Rettungskräfte kompetent und klar darüber informieren kann, was passiert ist.

 

  • Handeln:

  1. Sich selbst vor Gefahr schützen
  2. Verunfallte/n aus dem Gefahrenbereich bringen
  3. Unfallstelle absichern
  4. Alarmieren
  • Folgende wichtige Notfallnummern gelten für die Schweiz:

Sanität 144

REGA 1414

Polizei 117

Feuerwehr 118

Vergiftungen 145

Notruf 112

 

  • Alarmmeldung:

  1. Wer?
  2. Was ist passiert?
  3. Wann?
  4. Wo?
  5. Wieviele Patienten?
  6. Weitere Gefahren? (z.B. Wetter, Unfallort usw.)
  7. Rettungshelikopter über Hochspannungsmäste, Seile und Bodensicht informieren.

Bei der Alarmmeldung ist es sehr wichtig, präzise Angaben zu machen. So kommen Sanitäter schneller an den richtigen Ort und nehmen die richtigen medizinischen Geräte mit. Wenn mehrere Unfallhelfer zur Stelle sind, soll sich jemand um den Verunfallten kümmern und der andere die Meldung machen! Ist man allein, sollte man unbedingt zuerst die Rettungskräfte alarmieren und sich erst danach um den Verunfallten kümmern, ansonsten könnte wertvolle, lebensrettende Zeit verstreichen bis die professionellen Rettungskräfte vor Ort sind.

 

  • Hilfe leisten/ Fragen/ ABCD:

  • Airway: Spontane und bewusste Lebenszeichen?

  1. Nein: Halswirbelsäulenschutz, Mund ausräumen, Kop strecken, Kinn heben
  2. Ja: Halswirbelsäule stabilisieren

  • Breathing: Atmung vorhanden?

  1. Nein: Beatmen, 2 Beatmungsstösse
  2. Ja: Patient untersuchen
  • Circulation: Spontane Lebenszeichen vorhanden?

  1. Nein: Herzmassage, 30 Kompressionen und Beatmen, 2 Beatmungsstösse
  2. Ja: Blutung stillen
  • Defibrillation: Defibrillator? Kompetenz?

Defibrillieren falls Gerät und Kompetenz vorhanden

  • Weiter:

Lagerung, Schutz, Betreuung, weitere Massnahmen, wiederholen des ABCD

 

Die ABCD-Reihenfolge bei der Hilfeleistung ist strikte einzuhalten um dem Verletzten bestmögliche Aussicht auf Rettung und vollständige Genesung zu geben.

 

Grundsätzlich ist es hilfreich eine Anleitung zu Rettungsmassnahmen stets bei sich zu haben. Stösst man auf einen Unfall oder ist selbst in einen verwickelt, hat man so alle wichtigen Schritte auf Papier und kann sich besser auf die Rettung konzentrieren, fühlt sich sicherer, hat weniger Angst etwas falsch zu machen und vergisst nichts Wichtiges.

 

  • Weblink dazu:

http://www.suva.ch/home/suvacare/unfall-was_tun.htm