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Erste Hilfe bei Verbrennungen

 

Verbrennungen werden in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Je nach Schweregrad der Verbrennung sollte die Wunde auch unterschiedlich behandelt werden.

 

Schweregrad I:

  • Symptome: Hier ist nur die Oberhaut betroffen. Die Hautstelle wird rot, weich und eventuell etwas geschwollen. Die Verletzung schmerzt. Sie heilt innert einiger Tage ohne Narbenbildung.
  • Behandlung: Betroffene Stelle mit fliessendem kaltem Wasser oder kalten Umschlägen 15 bis 20 Minuten kühlen. Auf keinen Fall Eiswasser oder gar Eis verwenden!

Schweregrad II:

  • Symptome: Hier sind Oberhaut und oberste Lederhaut betroffen. Es bilden sich Blasen, die oft prall und mit Flüssigkeit gefüllt sind. Die Verbrennung schmerzt sehr stark. Die Wunde heilt innert 2-3 Wochen. Es entstehen Narben, die über Gelenken manchmal zu Bewegungseinschränkungen führen können.
  • Behandlung: Auch diese Verbrennungen müssen wie unter Schweregrad I gekühlt werden. Handelt es sich um Verbrühungen durch Kleidung hindurch, so sollte zuerst kaltes Wassser über die Kleidung gegossen werden und diese dann vorsichtig ausgezogen werden. Klebt die Kleidung an der verbrühten oder verbrannten Stelle, so darf sie nur der Arzt entfernen. Die Brandblasen schützen die darunterliegende Haut und sollten nicht geöffnet werden.

Schweregrad III:

  • Symptome: Hier sind Oberhaut, Lederhaut und manchmal auch das Unterhautfettgewebe betroffen. Da auch Haarfollikel, Drüsengewebe und Tast- und Schmerzrezeptoren verbrannt sind, ist diese Verbrennung schmerzlos. Allerdings gehen die Verbrennungen nahtlos in schwere Verbrennungen 2. Grades über, so dass die Wundränder sehr schmerzhaft sind.  Da in den betroffenen Hautbereichen auch die Blutgefässe verbrannt sind, bluten die Wunden nicht. Sie haben einen weisslichen oder schwarz verkohlten Grund.  Brandwunden dieses Schweregrads sind stark infektionsgefährdet und heilen unter starker Narbenbildung.
  • Behandlung: Schützen sie den Verletzten mit Decken oder warmer Kleidung vor Unterkühlung. Schauen Sie aber, dass keine Stoffe an den Brandwunden kleben. Falls möglich sollte der Verletzte schluckweise Mineralwasser trinken, da sein Körper durch die Verbrennungen, vor allem wenn sie grossflächig sind, Flüssigkeit verliert. Brandwunden dieser Art können nach der Kühlung nur durch einen Arzt weiter behandelt werden. Die Atmung sollte kontrolliert werden. Eventuell muss beatmet werden. Arzt rufen.

Schweregrad IV:

  • Symptome: Hier können auch Muskeln und Knochen betroffen sein. Diese Verbrennung ist äusserts schwerwiegend und heilt nicht mehr spontan.
  • Behandlung: Wie unter Schweregrad III.

 

Auswirkungen und Folgen von schweren und/ oder grossflächigen Verbrennungen:

Bei schweren und/oder grossflächigen Verbrennungen kann es zu einem Verbrennungsschock kommen. Die Brandwunde sondert eine eiweissreiche Flüssigkeit ab. Dies führt im Körper des Verletzten zu einem Flüssigkeits- und Eiweissmangel. Die abgesonderten Eiweisse zerfallen und verteilen sich über den Blutkreislauf im Körper, was zu einer allgemeinen Vergiftung führt. Vor allem die Nieren sind dadurch gefährdet. Es kann zu einem Nierenversagen kommen, wodurch noch mehr schädigende Substanzen den Körper vergiften. Der Verbrennungsschock kann zum Tod führen.

 

Schockzustand:

  • Symptome: Blässe, Zittern, kalter Schweiss, Unruhe
  • Behandlung: Beine des Verletzten hochlagern, Wärme zuführen, abschnürende Kleidungsstücke öffnen, beruhigen, Atmung kontrollieren, eventuell beatmen, Arzt rufen.

 

Unbedingt zum Arzt bei:

  • Verbrennungen und Verbrühungen von Babys und Kleinkindern
  • Verbrennungen und Verbrühungen 3. Grades und/oder grossflächigen Verbrennungen und Verbrühungen
  • Wenn die Augen betroffen sind
  • Wenn sich Schocksymptome zeigen

 

Sind mehr als 80% des Körpers von Verbrennungen oder Verbrühungen ab 3.Schweregrades betroffen, so ist trotz Intensivbehandlung mit dem Tod zu rechnen.

Sind mehr als 10% (bei Kindern 5%) des Körpers verbrannt, so muss die Behandlung in einer Spezialklinik erfolgen.