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Sicherheitsmängel in Gretzenbach

Aufgrund verschiedener Mängel in Planung und Durchführung des Baus der eingestürzten Gretzenbacher Tiefgarage konnte es überhaupt zu einem Unglück kommen. So erfüllten 6 von 10 Deckenstützen die Sicherheitsnormen ungenügend. Am krassesten war die Abweichung gerade bei derjenigen Stütze, die sich am nächsten beim Brandherd befand. Als diese Stütze einbrach, waren die anderen Stützen dann zu schwach um die entstehende zusätzliche Tragelast aufzufangen.

Zu hohe Erdschicht

Zudem befand sich auf der Garagendecke eine unzulässig hohe Erdschicht. Die Überdeckung entsprach nicht den Vorgaben des verantwortlichen Ingenieurs. Zusammen mit der Hitzeeinwirkung durch den Brandes führten diese Mängel zum Einsturz der Tiefgarage.

Berufung

Obwohl ein wissenschaftliches Gutachten die Mängel klar definieren konnte, wurde das Verfahren gegen 6 Bauverantwortliche im November 2005 eingestellt. Die Staatsanwaltschaft begründete den Entscheid damit, dass die Sorgfaltspflicht der Bauherren betreffend des 1989 erbauten Gebäudes seit 1994 verjährt sei. Doch sowohl Mitglieder der Feuerwehr Schönenwerd-Gretzenbach als auch Angehörige der Verstorbenen legten gegen den Entscheid Berufung ein.

Neuaufnahme des Verfahrens

Ihr Rekurs wurde im November 2008 vom Solothurner Obergericht gutgeheissen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut gegen 6 Verantwortliche. Der Ingenieur und dessen Vorgesetzter, der Bauleiter und dessen Vorgesetzter sowie die beiden Bauherren müssen sich wegen fahrlässiger Tötung, Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde und Verursachen eines Einsturzes verantworten.

Die Staatsanwaltschaft argumentiert damit, dass der Einsturz der Einstellhalle für durchschnittlich begabte Baufachleute vorhersehbar gewesen sei. Ausserdem sei die Erdüberschüttung aus unersichtlichen Gründen nicht abgetragen worden. Gegen die Bauherren wird der zusätzliche Vorwurf erhoben, dass sie beim Verkauf der Liegenschaft den Käufer nicht über die Gefahren informiert hätten.

 

 

 

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