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Bei Schwarzpulver handelt es sich um den ersten explosiven Stoff, der als Schiesspulver für Treibladungen von Schiesswaffen verwendet wurde.

Chemische Angaben

Zusammensetzung

Schwarzpulver besteht zum grössten Teil aus Kaliumnitrat, das auch Salpeter genannt wird, aus einer kleineren Menge Holzkohle, die vor allem aus dem Faulbaum gewonnen wird und aus Schwefel, der säurefrei sein muss. Schwarzpulver lässt sich auch auf Natriumnitrat-Basis herstellen. Das ist zwar billiger, allerdings hat das Pulver dann die Eigenschaft Feuchtigkeit an sich zu binden. Deswegen muss es mit Bitumen, einem Erdölgemisch, imprägniert werden. Schwarzpulver auf Natriumnitrat-Basis wurde früher vor allem im Bergbau verwendet und wird deswegen auch als Sprengsalpeter bezeichnet. Luftdicht verpacktes Schwarzpulver kann über Jahrhunderte hinweg problemlos aufbewahrt werden.

Chemische Reaktion

Schwarzpulver verbrennt rasend schnell, überschreitet allerdings nicht die innerstoffliche Schallgrenze, weswegen nicht von einer Detonation, sondern von einer Deflagration gesprochen wird. Bei der Verbrennung  entsteht eine Temperatur von rund 2000°C. Schwarzpulver deflagiert mit einer Abbrandgeschwindigkeit von ungefähr 300 bis 600m/s, wobei der exakte Wert von zahlreichen Faktoren wie Restfeuchtigkeit, Gründlichkeit der Mahlung, Vermischung der Bestandteile, Grösse und Dichte einer Ladung sowie Körnung abhängt.

Schwarzpulver weist in seiner Verwendung grosse Nachteile auf. Die Leistung ist relativ niedrig und das Mündungsfeuer aufgrund der austretenden Gase ziemlich stark. Zudem kommt es meist zu starker Rauchentwicklung. Schwarzpulver wurde inzwischen weitgehend durch rauchschwaches Schiesspulver, das auf Nitrozellulosebasis hergestellt wird, verdrängt.

Verwendung

Historischer Abriss

In China wurden mit Schwarzpulver gefüllte Bomben bereits seit dem 13. Jahrhundert verwendet. Die älteste schriftliche Quelle, die Schwarzpulver erwähnt, stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert.

Im Mittelalter wurde Schwarzpulver auch Donnerkraut genannt. Einer Legende zufolge geht der heutige Name ’Schwarzpulver’ auf den Franziskanermönch Berthold Schwarz, der im 14. Jahrhundert lebte, zurück. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass die heutige Bezeichnung erst im Laufe des 19. Jahrhunderts aufkam, als eine Unterscheidung von den neuen (weissen) Cellulosenitratpulvern nötig wurde.

Heutige Verwendung

Heute wird Schwarzpulver vor allem für Feuerwerkskörper verwendet. Es dient als Antriebsmittel einfacher Raketen und als Ladung von Böllern. Wichtige Einsatzorte von Schwarzpulver sind zudem Steinbrüche zur Gewinnung wertvoller Werksteine wie Marmor oder Granit. Durch das Aufkommen moderner Sägemethoden verliert Schwarzpulver aber auch in dieser Branche zunehmend an Bedeutung. 

Rechtliche Hinweise

In der Schweiz und in Österreich ist Schwarzpulver im Fachhandel frei erhältlich. In Deutschland benötigen Privatpersonen eine entsprechende Erlaubnis, die sie durch Absolvierung eines Lehrgangs mit anschliessender Prüfung, erhalten. Es empfiehlt sich nicht, Experimente mit Schwarzpulver durchzuführen oder eigenes Feuerwerk zu basteln. Der Stoff ist explosiv und muss fachmännisch behandelt werden.

Verknüpfte Unfälle