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Risiko Sekundenschlaf

 

Laut eine österreichischen Studie von 2009 ist Sekundenschlaf an jedem dritten tödlichen Verkehrsunfall schuld. Experten gehen sogar von einer noch höheren Dunkelziffer aus. Denn im Nachhinein lasse sich oft kaum noch feststellen, ob Sekundenschlaf zu einem Unfall geführt habe oder nicht.

Wer bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h für 5 Sekunden einnickt, ist ganze 180 Meter reaktionslos unterwegs. Vorallem Nachtstunden haftet ein hohes Risiko für Sekundenschlaf an, da der Körper zu dieser Zeit eigentlich auf Minimalleistung eingestellt ist.

In der Umfrage des österreichischen Innenministeriums geben rund ein Drittel der Autofahrer an, schon mal fast hinter dem Steuer eingeschlafen zu sein. Das wirklich Schockierende daran ist aber, dass die Allermeisten trotzdem nicht anhalten.

Übermüdigung führt zu Aufmerksamkeits- und Konzentrationseinbussen, verlängerten Reaktionszeiten, falschen Entfernungs- und Geschwindigkeitseinschätzungen und Schwierigkeiten die Fahrspur zu halten. Beim ersten Anzeichen von Übermüdung oder gar Sekundenschlaf sollte man deswegen anhalten und eine längere Pause, allenfalls mit einem Nickerchen, einlegen. Gängige "Hilsmittel" wie frische Luft, laute Musik und Koffein helfen nicht oder nur wenig.

Dem Sekundenschlaf gehen verschiedenste Ursachen und Vorzeichen voraus. Ebenso gibt es verschiedene Massnahmen um ihn zu verhindern. Hier eine Auflistung der diesbezüglichen Tipps:

 

Ursachen:

  • Bequeme Position, monotone Arbeit und monotoner Bildereindruck. In solchen Fällen fährt das Gehirn seine Leistung zurück. Man kann gar mit offenen Augen einschlafen. Besonders anfällig hierfür ist man bei monotonen Arbeiten und längeren Autofahrten, dies auch, wenn man ausgeschlafen und/ oder ausgeruht ist.
  • Schlafstörungen/ Schlafapnoe: Schlafapnoiker sind 2,6 mal unfallgefährdeter als gesunde Autofahrer. In Deutschland leiden schätzungsweise 4 Millionen Menschen unter Schlafapnoe, viele davon ohne es zu wissen.
  • Schlafmangel/ Übermüdung: Sehkraft nimmt ab, Aufmerksamkeit lässt nach, Reaktionszeiten werden länger, man wird gleichgültiger, risikobereiter und reizbarer.

Vorzeichen:

  • Alle typischen Anzeichen von Müdigkeit: schwere Augenlider, schmerzende und brennende Augen, der Drang, die Augen zu reiben, trockener Mund, Gähnen
  • Unbewusstes Reiben der Nasenwurzeln
  • Leichtes Frösteln
  • Aufschrecken aus Unaufmerksamkeiten
  • Beifahrer können folgendes verändertes Verhalten feststellen: unpräzises Kuppeln, Verschalten, abruptes Bremsen, Verbissenheit, Gereiztheit, eventuell aggressive Fahrweise
  • Wahrnehmung verändert sich: Doppelbilder, Tunnelblick, Kontrollverlust, Schwierigkeiten die Spur zu halten

Massnahmen:

  • Ausgeruht ins Auto sitzen.
  • Regelmässige Pausen einlegen: Erste Pause nach zwei Stunden, weitere Pausen früher. Auf fünf Stunden Autofahrt sollte zweimal 20 Minuten oder dreimal 15 Minuten Pause gemacht werden
  • Bewegung und frische Luft in der Pause vertreiben Müdigkeit und Monotonie
  • Besonders effektiv ist laut Studien ein Nickerchen von 15 bis 30 Minuten mit eine Tiefschlafphase, ein sogenanntes "Power Nap"
  • Vermeiden von Nachtfahrten
  • Kaffee hilft nur kurz, Taurin (Energy-Drinks) gar nicht
  • Wagen lüften (Kohlendioxidgehalt im Wagen!), Kälte macht den Kopf klar
  • Laute Musik stört Aufmerksamkeit noch mehr, Gespräche mit den Mitfahrern auch
  • Bei ständiger Müdigkeit trotz genügend Schlaf unbedingt auf Schlafstörungen und/ oder Schlafapnoe abklären, eventuell Schlafgewohnheiten ändern, Schlafapnoe kann behandelt und Sekundenschlaf so vermieden werden

Bedenken Sie immer, dass Sie bei Übermüdung am Steuer nicht nur sich selbst und ihre Mitfahrer sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer gefährden. Seien Sie vernünftig, gehen Sie längere Autofahrten mit Ruhe an, machen Sie viele Pausen und wechseln Sie sich unter Umständen am Steuer ab.

 

Weblink:

http://www.100-gesundheitstipps.de/tipps-gegen-sekundenschlaf.html