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Gefährlichkeit der Cobra-Schnauze

 

Im Gegensatz zu den "alten" Stadtzürcher-Trams Tram 2000 und Mirage ist unter dem Cobra kein Fallgatter angebracht. Dieses war zuvor seit 1915 Standart - auf Weisung des Bundes. Das Herunterklappen des Lattenrosts wurde durch Druck auf einen Bügel ausgelöst. Dieser befand sich unter den Motorenwagen der Trams und liess nur einen Raum von 10 Zentimetern bis zum Boden. Fiel das Gitter runter wurde es zu einer Art "Räumungschild", so das kein Gegenstand und auch kein Mensch unter das Tram geraten konnte.

Das Cobra hat kein solch mechanisches Fallgatter mehr, ist aber dafür mit einem sogenannten Anticlimber, der 27 Zentimeter über den Schienen liegt, ausgestattet. Er soll eine Verkeilung zweier Trams oder die Verkeilung mit einem Auto bei einem Unfall verhindern. Auch sollen die Wagen so bei einem Zusammenprall nicht "aufeinanderklettern" und aus den Schienen gehoben werden können.

Die Frontform der Cobra-Schnauze sollte so gebaut sein, dass eine Person bei einer Kollision "weggespickt" würde. Diese Technik sei auf einen Durchschnittserwachsenen angelegt, wie Daniela Tobler, Sprecherin der VBZ, erklärt. Zusätzlich dämpfe der Kunststoff den Aufprall und das Cobra habe keine Kupplungen, Ecken und Kanten, die bei einem Personenunfall zu schweren Verletzungen führen könnten. Eine Person könne bei einer Frontalkollision unmöglich unter das Tram geraten. Dennoch war es aber am 11. Juni 2008 zu einem Unfall gekommen, bei dem ein Velofahrer unter ein Cobra geriet und an seinen schweren Verletzungen starb. Seltsam scheint, dass er nach Theorie weder frontal noch seitlich unter das Tram hätte geraten können. Weder der VBZ noch die Stadtpolizei konnten die Hintergründe des eigentlich "unmöglichen" Unglücks bis dato erhellen.

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