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Der Winter 1998/99 war lawinenreich. Im Zeitraum zwischen dem 27. Januar und dem 25. Februar 1999 wurden rund 1200 Lawinen registriert, die Sach- oder Personenschäden verursachten. Der Schneeniedergang von Evolène am 21. Februar forderte mit 12 verunglückten Personen am meisten Tote. Etwa drei Kilometer südlich der Unfallstelle von Evolène befindet sich eine Schneemessstation derzufolge im Zeitraum vom 17. bis 21. Februar rund ein Meter Neuschnee gefallen war. Die Gesamtschneehöhe betrug am 21. Februar ungefähr 210cm. Die Lawinengefahr wurde als ’gross’ eingeschätzt.

Unfallhergang

Der Lawinenniedergang von Evolène erreignete sich gegen halb neun Abends. Die drei Lawinenzüge Le Bréquet, Torrent des Maures sowie Mayens de Cotter brachen ungefähr zeitgleich ab, was eine Anrissbreite der Lawine von ungefähr 4 Kilometern bedeutete, sofern davon ausgegangen wird, dass die Schneebretter zusammehängend abbrachen. Es wird angenommen, dass die Lawinen zunächst als trockene Schneebrettlawinen abgingen und während des Abgangs auch feuchten Schnee mitnahmen. Der nördlichste Lawinenzug zerstörte während seines Abgangs zwei Alphütten und beschädigte zwei weitere mittelstark. Der mittlere Lawinenzug zerstörte ebenfalls mehrere Alphütten, riss vier Spaziergänger mit, wovon allerdings nur einer lebend geborgen werden konnte.Der südlichste Lawinenzug zerstörte oder beschädigte am Südrand des Ortes Villa mehrere Gebäude, verschüttete die Zufahrtstrasse und einige dort parkierte Fahrzeuge wurden verschüttet. Bei La Confraric zerstörte sie acht Gebäude und tötete in einem Chalet fünf Personen. Ein Strassenarbeiter wurde mit seiner Freundin vor dem Salzdepot der Gemeinde getötet. Zwei Personen aus Deutschland wurden auf der Hauptstrasse in ihrem Auto verschüttet und kamen ums Leben. Ein Ferienkoloniehaus in dem sich 40 Kinder befanden wurde nur leicht beschädigt. Es wird angenommen, dass es in der Region Evolène noch zu weiteren Lavinenabgängen kam. Angesichts des immensen Ausmasses der Lawine und des dadurch verursachten Schadens musste die Lawinenkarte für die Region erweitert werden.

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