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Washington D.C. unter Schock - 9 Tote bei U-Bahncrash

 

Mitten im frühabendlichen Berufsverkehr knallte eine Zugkomposition der Metro von Washington D.C. bei voller Geschwindigkeit in eine wartende Bahn. Der Crash war so heftig, dass sich mehrere Wagen des auffahrenden Zuges über den vorderen schoben. Neun Menschen verloren dabei ihr Leben, fast 80 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

 

Seit 33 Jahren ist die Metro von Washington D.C. in Betrieb. In dieser Zeit verzeichnete sie einige Zwischenfälle. Zum bisher schlimmste Unfall kam es 1982, als bei einer Entgleisung drei Menschen ihr Leben verloren. Und vor vier Jahren konnte ein Zugführer noch im letzten Moment verhindern, dass er in einen anderen Zug crashte. Allen bisherigen Erkenntnissen zu Folge hatte auch die 42jährige Zugführerin, die am 22. Juni 2009  mitten im abendlichen Pendlerverkehr mit ihrer Komposition in einen vor einer Station wartenden Zug raste, noch eine Notbremsung versucht. Leider aber zu spät. Der Aufprall bei voller Geschwindigkeit war so verheerend, dass sich mehrere Wagen des auffahrenden Zuges über den vorderen schoben und sich die Metrozüge in einander verkeilten.

Bild des Grauens

Den über 200 Rettungskräfte, die nach der katastrophalen Kollision zwischen den Stationen Fort Totten und Takoma Park im Nordosten der Stadt im Einsatz waren, bot sich ein Bild des Grauens. Die Passagiere der beiden Unglückszüge mussten zum Teil mit Schneidebrennern befreit werde. Über 76 Menschen waren teilweise schwer verletzt. Für neun Menschen kam jede Hilfe zu spät und Ssie starben noch am Unfallort. Unter ihnen war auch die Zugführerin, die erst seit drei Monaten für die Washingter Metro als Zugführerin  im Einsatz war.

Kurz nach dem Unglück wurde von Experten, Untersuchungsbehörden und den Medien über die Ursachen spekuliert. Das nationale Verkehrssicherheitsamt sowie das FBI und weitere behördliche Institutionen schalteten sich in die Ermittlungen ein. Inzwischen gilt als sehr wahrscheinlich, was Verkehrsexperten schon von Beginn weg geahnt hatten, nämlich dass das computerisierte Sicherheits- und Kontrollsystem der U-Bahn versagt hatte.

Ausfall der elektronischen Warnsensoren

Während den Rushhours wird die Metro von Washington vollautomatisch betrieben. Die Aufgabe der Zugführer besteht dann im wesentlichen darin, die Türen zu öffnen und zu schliessen. Im Notfall können sie aber manuell in den Fahrbetrieb eingreifen. Tests ergaben, dass im Streckabschnitt, an dem es zu dem Unfall kam, die Sensoren entlang der Schienen nicht funktioniert hatten, und dass auch das Kontroll-Bremssystem die Geschwindigkeit nicht gedrosselt hatte. Ein Fataler Ausfall des Sicherheitssystems, der neun Menschen das Leben gekostet hat!

Eigentlich gilt die U-Bahn der amerikanischen Hauptstadt als sehr zuverlässig. Trotzdem warnten Verkehrsexperten schon lange davor, dass die Metro chronisch unterfinanziert sei. Dies liegt unter anderem daran, dass der Betrieb von den Bewilligungen der Politiker der umliegenden Staaten Maryland und Virginia sowie der Stadt Washington und dem amerikanischen Kongress abhängig ist. Der Kongress hatte dem Betrieb letztes Jahr zwar 1,2 Milliarden Franken zugesprochen, nötig wären aber 12 Milliarden gewesen. Noch kann aber keine sichere Aussage darüber gemacht werden, inwiefern die maroden finanziellen Verhältnisse des autonomen Betreibers mit zum Unglück geführt hatten.

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