Atropedia Startseite

Seit Jahren gilt die Streif in Kitzbühel als gefährlichste Abfahrt der Welt. Nun ist auch der Schweizer Kombinationsweltmeister von 2007, Daniel Albrecht, ein Opfer dieser Hochrisikopiste geworden. Er verlor nach der Welle vor dem Zielhang die Kontrolle, flog rund 70 Meter durch die Luft und prallte brutal auf dem eisigen Boden auf.

 

Der 25jährige Schweizer Daniel Albrecht war mit einer Geschwindigkeit von 138,1 km/h unterwegs, als er auf der Trainingsabfahrt vom 22. Januar 2009 auf die Welle vor dem legendär gefährlichen Zielhang der "Streif" von Kitzbühel zuraste. Zur Zeit geht man davon aus, dass der Kombinationsweltmeister von 2007 die Welle falsch einschätzte, deswegen kurz nach dem Abheben in Rücklage geriet und die Kontrolle über den Sprung verlor.

70-Meter-Flug und Aufprall auf den Rücken

Wer das auf auch Youtube vorhandene Video des Sturzes gesehen hat, weiss wie brutal der junge Skifahrer stürzte. In Rücklage ruderte Albrecht hilflos in der Luft herum, flog rund 70 Meter über den Schanzentisch und schlug dann hart im Schulterbereich des Rückens auf der eisigen Piste auf. Der linke Ski des Verunfallten zerbrach, sein Körper überschlug sich nach dem Aufprall nach vorne, und er rutschte bewegungslos den Zielhang hinunter.

Die Rettungssanitäter waren sofort zur Stelle und behandelten den jungen Abfahrtsspezialisten 22 Minuten am Unfallort, danach wurde er mit dem Helikopter abtransportiert. Zunächst wurde er in die Klinik St. Johann gebracht, wo er kurz aufwachte, von den Ärzten aber in ein künstliches Koma versetzt wurde. Da Albrecht ein Schädel-Hirn-Trauma mit kleineren Hirnblutungen erlitten hatte, wurde er darauf in die Universitätsklinik von Insbruck verlegt. Dort liegt er noch immer auf der Intensivstation der neurologischen Abteilung.

Verhaltener Optimismus bei den Ärzten

Der Schweizer Skifahrer leidet auch an Lungenblutungen, die noch nicht zufriedenstellend abgeklungen sind,  deswegen müssen die Ärzte ihn noch immer im Tiefschlaf belassen. Die Eltern Albrechts, seine Freundin, sowie sein Manager, der schon Beltramettis Horrorsturz von 2001 hautnah miterlebt hatte, sind rund um die Uhr bei ihm. Im Moment wagen die Ärzte verhalten optimistische Prognosen. Albrechts Zustand sei stabil, er befände sich nicht in akuter Lebensgefahr.

Es sei aber kaum einzuschätzen, wie lange es noch gehe, bis man Albrecht aus dem Koma holen könne und wie lange die Genesung dauern werde. Man müsse auf jeden Fall mit einem wochenlangen Spitalaufenthalt und monatelanger Rehabilitation rechnen.

Sicherheitsbestimmungen überdenken

Während Didier Defago am 24. Januar 2009 die Streif-Abfahrt als Sieger verliess, und man von den Schweizer Kommentatoren während des ganzen Rennens kaum ein Wort zu Albrechts Horrorsturz hörte, macht sich der Präsident von Swiss Ski Urs Lehmann grundsätzliche Gedanken zur Sicherheit der Weltspitzenfahrer. Er findet es zu einfach, nur von Fahrfehlern zu sprechen und fragt sich, ob man die Athleten wirklich mit rund 140 km/h über eine Schanze jagen muss, und dass erst noch am Schluss der Abfahrt, wenn sie bereits müde sind.

Auch Didier Cuche ärgerte sich nach dem Sturz über die Risikophilosophie in Kitzbühel. In derselben  Trainingssabfahrt, bei der Albrecht so brutal gestürzt war, hatte der erfahrene Schweizer kurz vor der Schlusswelle gestoppt, war den Hang hinuntergerutscht und wollte mit den Skiern eine Delle abtragen. Der verantwortliche Pistenchef hatte ihn deswegen aber zurechtgewiesen.

 

Weblinks:

http://www.youtube.com/... Videoaufnahme des OE 24 des Sturzes von Daniel Albrecht

http://www.daniel-albrecht.ch/ Offizielle Fan-Homepage von Daniel Albrecht

Verknüpfte Sicherheits-Infos

Andere interessante Unfälle aus diesem Land

Geislach, Austria  AT
Kaprun, Austria  AT
Riesneralm, Austria  AT
Winkl, Austria  AT
Eck, Austria  AT