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Horrorcrash nach Landung in Mangalore

Nach dem eine Boeing 737 im südindischen Mangalore über die Landebahn hinausschoss und exlodierte, wird über die Ursachen des Unglücks, das 158 Tote forderte, spekuliert.


"Ich kann nicht glauben, dass ich überlebt habe," so beschrieb Abdul Puthur seine Gefühle nach dem Absturz einer Boeing 737-800 der Air India Express, einer Budget-Linie von Air India, in Mangalore im Bundesstaat Karnataka. Der Inder ist einer der wenigen Überlebenden des Horrorcrashes, bei dem das Flugzeug nach der Landung auf dem Hochplateau über die 2450 Meter lange Landebahn hinausschoss, Begrenzungszaun und Begrenzungsmauer durchbrach und in ein bewaldetes Tal stürzte.

Kleinkind überlebt

Zusammen mit einem weiteren Passagier, der sich kurz nach dem Absturz und nach dem die Maschine in der Mitte auseinandergebrochen war, aus dem Flieger retten konnte, irrte Puthur nach dem Unglück etwa 20 Minuten durch den Dschungel, bis sie auf erste Helfer aus dem nahegelegenen Dorf trafen. Ungefähr zehn Miinuten nach dem Absturz hätten sie eine laute Explosion gehört. Neben Puthur und seinem Begleiter scheinen nur sechs weitere Menschen überlebt zu haben, eines davon ein kleines Mädchen, wie Bilder beweisen. Vermutlich haben nur Menschen überlebt, die nach dem Crash das Flugzeug zu Fuss verlassen konnten oder während dem Crash aus der Maschine geschleudert worden waren. Wer im Flugzeug blieb, verbrannte. Helfer und Feuerwehr bargen zahlreiche, vollständig verkohlte Leichen.

Bereits kurz nach dem Unglück konnten sowohl der Stimmrenecorder als auch der Flugdatenschreiber geborgen werden. Erste Auswertungen ergaben, dass die Crew der Boeing 737-800 kurz vor der Landung keine technischen Probleme hatte. Spekulationen gehen davon aus, dass entweder der serbische Pilot, der über 10 000 Flugstunden Erfahrung hatte, zu spät auf die Landebahn aufsetzte, oder dass beim Aufsetzen der Maschine die Reifen geplatzt waren. Die zweite Version wird durch Berichte von Überlebenden gestützt, die von einem lauten Knall nach der Landung sprechen.

Billigflug für indische Gastarbeiter

Air India betreibt seit Jahren ein Verlustgeschäft und die Billiglinie Air India Express wird häufig von indischen Gastarbeitern genutzt, die in den reichen Golfstaaten arbeiten und so ihre Familien zu Hause ernähren. Auch die verunglückte Boeing flog von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Mangalore,  das 300 Kilometer westlich der Grossstadt Bangalore liegt. Die Passagier waren fast alle Gastarbeiter oder deren Angehörige. Der Flieger, der das schwerste Flugunglück in Indien seit rund zehn Jahren erlitt, war allerdings relativ neu. Erst im Dezember 2007 hatte er seinen Erstflug absolviert.

 

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