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Ein alkoholisierter Lastwagenfahrer löste am 24. Oktober 2001 ein Inferno im Gotthardtunnel aus. Elf Menschen starben in der Flammenhölle. Noch Stunden nach dem Unglück stieg dicker Rauch aus dem Südportal.

Die Schreckensmeldungen im Herbst 2001 nahmen kein Ende. Nach dem verheerenden Anschlag auf die Zwillingstürme in New York und dem grauenvollen Amoklauf im Zuger Regierungsgebäude versetzte ein weiteres Ereignis die ganze Schweiz in Schockzustand. Am 24. Oktober starben 11 Menschen bei einem Brand im Gotthardtunnel. Schuld daran war ein alkoholisierter Lastwagenfahrer.

Kollision zweier Sattelschlepper

Der türkische Chauffeur war mit seiner Fracht von der italienischen Grenze her gekommen. Er fuhr kurz nach 9.30 Uhr in die Gotthardröhre hinein und touchierte einen Kilometer nach dem Südportal die Tunnelwand. Durch den Aufprall kam sein Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn, wo ein ihm korrekt entgegenkommender Lastwagen eine Frontalkollision gerade noch verhindern konnte.

Trotz des Ausweichmanövers des italienischen Chauffeurs des zweiten Camions, der damit wohl sich selbst das Leben gerettet hatte, stiessen die beiden Sattelschlepper aber seitlich gegeneinander. Darauf ging einer der Tanks kaputt und Benzin floss auf die Strasse. Ein beschädigtes elektrisches Kabel versursachte einen Kurzschluss und das entstandene Diesel-Luft-Gasgemisch entzündete sich. Die beiden LKWs standen sofort in Flammen und der Brand griff schnell auf sieben weitere Fahrzeuge über.

Hitze und Rauch töteten 11 Personen

Tests von Tessiner Chemikern beweisen, dass in der Gotthardröhre bald Temperaturen von bis zu 1200 Grad Celsius herrschten. Das Fahrzeug des Unfallverursachers hatte Pneus geladen, und diese lösten sowohl die höllische Hitze als auch eine massive Rauchentwicklung aus. Es kann nur wenige Minuten gedauert haben bis man im Tunnel die eigene Hand vor den Augen nicht mehr sehen konnte. Dies mag mit ein Grund dafür sein, dass im Gotthardinferno neben dem türkischen Lastwagenfahrer noch zehn weitere Menschen starben.

Hunderte weitere Personen konnten sich zum Glück über den Rettungsstollen nach draussen retten. Doch mussten viele von ihnen wegen Schock und Rauchvergiftung im Spital von Airolo behandelt werden. Noch Stunden nach dem Unglück stieg dicker Rauch aus dem Südportal des längsten Strassentunnels der Schweiz. Es wird heute vermutet, dass auch die über dreissigjährige Ventilation der Gotthardröhre zu den tragischen Ausmassen des Unfalls beitrug. Sie hatte den Rauch nach Norden getrieben und dadurch die Situation für die Menschen im Tunnel verschlimmert. Die Flammenhölle vom Gotthard hatte 11 Menschen das Leben gekostet, 23 Motorfahrzeuge zerstört und Schäden von über 18 Millionen Franken verursacht. Zudem blieb der schwer in Mitleidenschaft gezogene Tunnel für fast zwei Monate geschlossen.

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