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Am frühen Morgen des 1. November 1986 schreckten die Basler aus dem Schlaf. Sirenenlararm tönte durch die Stadt. Je nach Quartier war ein ätzender Geruch wahrzunehmen. Die Schweizerhalle des Chemiekonzerns Sandoz war in Brand geraten. Die ausgetretenen Chemikalien färbten den Rhein blutrot.

Ein halbes Jahr nachdem die Katastrophe von Tschernobyl die ganze Welt geschockt hatte, ertönte auch in der Stadt Basel und in Teilen des Kantons ein durchdringender Sirenenalarm. In der Nacht auf den 1. November 1986 waren Chemikalien in der Schweizerhalle des Basler Chemiekonzern Sandoz in Brand geraten. Zwar hatte die Feuerwehr den Grossbrand verhältnismässig schnell unter Kontrolle, und es gab weder Tote noch Verletzte, doch die gegen 15`000 Kubikliter Löschwasser und die über 10 Tonnen Insektizide, Pestizide und hochgiftigen Quecksilberverbindungen, die in den Rhein gespült wurden, führten zu einer Umweltkatastrophe.

Blutroter Rhein

Der Rhein färbte sich in den Tagen nach dem Brandunfall blutrot. Die toten Fische trieben an der Wasseroberfläche, Flora und Fauna des Rhein waren zerstört. Bis 18 Tage nach dem Chemieunglück konnte das Rheinwasser bis nach Holland nicht mehr für die Trinkwasserversorgung genutzt werden.

Für die Einwohner der Stadt Basel war der Unfall in der Schweizerhalle ein traumatisches Erlebnis. So kurz nach Tschernobyl und von den Behörden nur schlecht über das Ausmass der Chemiekatastrophe informiert, verspürten viele Todesangst oder machten sich zumindest grosse Sorgen um die eigene Gesundheit. Auch der Rauch und der ätzende Geruch, die über der Stadt lagen, lösten grosse Verunsicherung aus.

Neue Störverordnung

Obwohl sich die Befürchtungen eines jahrzehntelang gestörten Ökosystems nicht bewahrheiteten, und der Rhein wenige Jahre nach dem Unglück bessere Wasserwerte denn je aufwies, wurde der Fall "Schweizerhalle" zu einem Lehrstück für die Umweltpolitik der Schweiz. Aufgrund von Protesten aus der Bevölkerung und auf Druck der Anrainerstaaten des Rheins kam es zu nachhaltigen Veränderungen im Schweizer Umweltschutz. So trat zum Beispiel 1991 eine neue eidgenössische Störverordnung für Chemiebtriebe in Kraft.

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