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Das Jahr 2001 war nicht das Jahr der Schweizer Symbole. Die Swiss machte mit ihrem Grounding Geschichte, das Zuger Parlament - wie alle Kantonsparlamente eine wichtige Institution der Schweizer Demokratie- erlebte den wohl schlimmsten Amoklauf der Schweizergeschichte, im Gotthard Tunnel brannte es und elf Menschen starben. Und nun auch noch das: Abfahrer Silvano Beltrametti, eine der grossen Hoffnungen der Ski-Nation Schweiz, stürzte in Val d`Isère so schwer, dass er querschnittgelähmt blieb.

Silvano Beltrametti hatte als erst 22jähriger Fahrer der Schweizer Ski-Nationalmannschaft schon beachtliche Erfolge erzielt und galt wegen seiner reifen und besonnen Art breits als eine der Leaderfiguren unter den Herren des Schweizer Ski-Kaders. Er freute sich auf den Olympia-Winter und schien sich auch gute Chancen ausrechnen zu können, als er am 8. Dezember 2001 die erste Abfahrt der beginnenden Weltcup-Saison unter die Bretter nahm. Das Rennen in Val d`Isère fand unter den besten Bedingungen statt. Die Piste war pickelhart und eisglatt, die Sonne schien strahlend. Doch als Beltrametti nach nur 90 Sekunden rasanter Fahrt ein Fehler unterlief, stockte den Zuschauern vor dem Bildschirm der Atem.

Sturz bei 120 km/h

Der 22jährige Bündner flog bei 120 km/h aus einer scharfen Rechtskurve mitten in ein Fangnetz, durchsclhug dieses aber und stürzte fast ungebremst in ein Waldstück. Retter und Ärzte kümmerten sich sofort um die junge Schweizer Ski-Hoffnung. Chef-Trainer Dieter Bartsch wich nicht von der Seite seines Schützlings bis nach rund einer Stunde der Rettungshubschrauber eintraf. Die schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich dann im Universitätsspital von Grenoble. Beltrametti hatte einen verschobenen Wirbelsäulenbruch an der Stelle des sechsten und siebten Brustwirbels. Dabei war auch das Rückenmark vollständig durchtrennt worden, was lebenslange  Querschnittlähmung bedeutete.

FIS-Renndirektor Günther Hujara betonte später, dass das betroffene Fangnetz neu gewesen und noch vor der Abfahrt überprüft worden sei. Es habe eine Reissfestigkeit von 800 Kilogramm auf zehn Quadratzentimeter gehabt und gehörte damit zu den besten erhältlichen Sicherheitsnetzen. Doch die Kanten der Skier seien eben bei einer solchen Geschwindigkeit auch für diese Netz zu scharf. Der Unfall sei nicht zu verhindern gewesen.

Beltrametti kämpfte sich beispielhaft ins Leben zurück

Beltrametti, an dessen Schicksal die ganze Schweiz Anteil genommen hatte, erwies sich aber als Kämpfernatur und lebte sich erstaunlich schnell in seinen neuen Alltag ein. Heute ist er glücklich verheiratet, hat sich zum technischen Kaufmann ausgebildet und betreibt Hobbys wie Jagen und Monoskifahren. Über seine Zeit in der Rehabilitation und danach wurde sogar ein Dokumentarfilm gedreht. Noch immer betreibt der in Lenzerheide lebende Beltrametti eine Fan-Homepage.


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