Atropedia Startseite

Schiffsunglück vor Giglio

4200 Menschen waren an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" als das Unglaubliche geschah: Ein Fels schlitzte das riesige Luxusschiff seitlich auf, Wasser drang ein, das Schiff kenterte. Die Evakuierung der Passagiere verlief chaotisch. Mehr als zwei Wochen nach der Havarie werden weiterhin 18 Personen vermisst - siebzehn Todesopfer sind bis jetzt bestätigt.

Das Kreuzfahrtschiff lief am Abend des 13. Januar 2012 mit etwa 29 km/h westlichen Kurs auf die Insel Giglio - doch um 21:37 Uhr reissen die automatisch gesendeten Signale der Schiffsposition (AIS-Signal) offenbar ab. Gegen 21:45 Uhr havariert das Schiff an bislang unbekannter Position. Erst um 21:53 Uhr gibt es wieder ein Signal - die "Costa Concordia" fährt nur noch rund 5 km/h und ist etwa fünf Kilometer nordwestlich von der letztgemeldeten Position entfernt. Gegen 22:45 Uhr geht der Notruf bei der Küstenwache ein. Irgendwann wendet das Schiff und steuert Richtung Süden den rund 1,3 Kilometer entfernten Hafen der Insel Giglio an. Dort läuft sie etwa 500 Meter vor der Hafeneinfahrt auf Grund und kommt innerhalb Stunden in eine Schlagseite von fast 90 Grad. Der Kapitän wurde vorübergehend festgenommen. Er soll die gefährliche Route gewählt haben, um seinem von der Insel Giglio stammenden Oberkellner die Möglichkeit zu geben, Giglio zu grüssen. In Italien gab es zudem Medienberichte, wonach aus Telefongesprächen zu entnehmen war, dass der Kapitän das Schiff schon verlassen habe, als sich noch einige hundert Passagiere auf dem Schiff befanden. Die Crewbesatzung, mehrheitlich aus dem asiatischen Raum stammend, war mit der Notsituation völlig überfordert und gab widersprüchliche Weisungen. Auch konnten die wenigsten italienisch sprechen. Nach der Vernehmung des Kapitäns und der Auswertung der Blackbox werden vermutlich weitere wichtige Informationen über die Ursache des Schiffsunglücks herauskommen. Umweltschützer befürchten zudem neben der menschlichen Tragödie auch noch eine Umweltkatastrophe. Das Schiff hat bis zu 2400 Tonnen Diesel- und Schweröl gebunkert. Wie lange die Tanks des Schiffes halten, ist derzeit völlig ungewiss - zumal die mit 80 Grad Schlagseite liegende Costa Concordia an einem steilen Unterwasser-Hang liegt und jeder Zeit abrutschen kann. Pumpen und Tankschiffe stehen bereit und erste Ölsperren sind ausgebracht, doch die Schiffskatastrophen der Vergangenheit zeigen, dass es praktisch unmöglich ist, alles austretende Öl abzufangen.

Andere interessante Unfälle aus diesem Land

Casa Purtud, Italy  IT
Giglio, Italien  IT
Centro Direzionale, Italy  IT
Misano Adriatico, Italy  IT
, Italien  IT