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Bei einem Lavinenunglück, das sich an der Südwestflanke der Jungfrau ereignete, kamen fünf Rekruten, alle im Alter zwischen 20 und 23 Jahren und ein Wachtmeister ums Leben, acht weitere Militärangehörige, darunter zwei militärische Bergführer, überlebten.

Mitglieder der Gebirgsspezialisten Rekrutenschule

Die verunfallte Gruppe gehörte zur Gebirgsspezialisten Rekrutenschule (RS), die Rekruten hatten alle eine abgeschlossene Grundausbildung und befanden sich alle in der 17. von insgesamt 21 Wochen RS. Sie waren für die Verbandsausübung und Übungen in schwierigem Gelände ins Berner Oberland verlegt worden. Gemäss Aussagen des Militärs seien die Rekruten alle in der Lage gewesen eine Seilschaft zu führen. Militärische Experten vor Ort hätten entschieden die Tour durchzuführen. Da viel Neuschnee gefallen sei und es zudem in der Nacht zuvor stark gewindet hatte, war es schwer etwas über die Schneehöhe auszusagen. Um fünf Uhr Morgens war die Gruppe von der Mönchshütte aus zum Normalaufstieg auf die 4158m hohe Jungfrau gestartet. Zwei Seilschaften, die aus je drei Personen bestanden wurden kurz vor zehn Uhr vormittags von einer Lawine in die Tiefe gerissen. Sie stürzten ungefähr 1000 Meter in das Rottal-Couloir.

Unverständnis bei Experten

Eine alte Weisheit besagt, dass das Bergsteigen am ersten Tag nach Neuschnee am gefährlichsten sei, da sich der Schnee noch nicht gesetzt hatte. Ausserdem hatten sich an der Unglücksstelle bereits mehrere tödliche Unfälle ereignet. Einheimische bezeichneten die Wetterverhältnisse als schwierig und ungünstig. Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Schnee und Lawinenforschung in Davos bezeichnete die Lawinengeefahr als erhöht. Ein Bergführer aus Grindelwald hatte eine Tour, die für denselben Tag geplant war aufgrund kritischer Wetterverhältnisse abgesagt. Gegenüber swissinfo.org warf der Vizepräsident des Schweizerischen Bergführerverbands die Frage auf, weswegen die Gruppe um 10 Uhr noch nicht im Abstieg begriffen war. Da die Gruppe um fünf Uhr früh aufgebrochen sei, hätte sie sich längstens auf dem Abstieg befinden müssen.

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