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Am frühen Nachmittag des 30. Oktober 2003 fuhr eine junge Frau mit ihrem PW verbotenerweise auf die Tramhaltestelle Löwenplatz.  Der Wagen wurde zwischen zwei Trams eingeklemmt und ging in Flammen auf. Die Frau wurde schwer verletzt. Ihr ca. fünfjähriger Sohn starb noch auf der Unfallstelle.

 

Manchmal meint es das Schicksal wirklich nicht gut, und es kommen alle unglücklichen Umstände, die nur irgendwie möglich sind, zusammen. Was einer junger Mutter am frühen Nachmittag des 30. Oktober 2003 in Zürich passierte, fällt durchaus in diese Kategorie.

Hilflos zwischen zwei Trams eingeklemmt

Die 24jährige Frau aus dem Kanton Luzern war einem Wagen mit Tessiner Kennzeichen gefolgt, der auf dem Löwenplatz verbotenerweise durch die Tramhaltestelle fuhr. Dort konnte das vorausfahrende Auto das Tram der Linie 14, das sich Richtung Hauptbahnhof in Bewegung setzte, noch überholen und rechts auf die normale Fahrspur zurückbiegen. Der Mutter eines etwa fünfjährigen Jungen, der auf dem Rücksitz des Mittelklassewagens sass, gelang dieses Manöver nicht mehr rechtzeitig. So wurde sie zwischen dem  abfahrenden Tram und einer entgegenkommenden Strassenbahn der Linie 3 eingeklemmt. Kurz nach dem Crash ging der Wagen in Flammen auf.

Einige Passanten und die ersten Polizisten vor Ort versuchten noch mit mehreren Pulverlöschern dem Feuer Herr zu werden, was ihnen aber nicht vollumfänglich gelang. Erst die bald eintreffende Feuerwehr konnte den Brand löschen. Ein an der Rettung beteiligter Feuerwehrmann sollte später über das Bild, dass sich ihm bot, folgendes schreiben: "Es war ein Bild des Grauens. Auf der Strasse lagen Pulverlöscher herum. Ich hatte nur einen Gedanken, als ich den Wagen sah: Lebt in diesem Blechknäuel noch jemand?"

Unglaublich belastende Bergung

Die Feuerwehrleute konnten die junge Unfallverursacherin nach über zwei Stunden komplizierter Bergungsarbeit auf engstem Raum zwar aus ihrem Wagen befreien, und sie überlebte ihre schweren Verletzungen - Verbrennungen, schwere Prellungen und ein Inhalationstrauma wegen der giftigen Gase - doch für ihren kleinen Sohn kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch im zusammengequetschten Auto. "Die Frau rief während der ganzen Bergung immer wieder nach ihrem Sohn," hielt der schon erwähnte Feuerwehrmann später in seinem Bericht fest. Man kann sich nur schwer vorstellen wie belastend diese Bergung für sämtliche beteiligten Rettungskräfte gewesen sein muss.

Der 19jährige Fahrer des Tessiner Wagen, der nach dem Unfall geflüchtet war, hatte sich später bei der Polizei gemeldet. Die involvierten Tramführer wurden über mehrere Wochen von einem Care-Team begleitet. Auch die verunfallte Mutter wurde über lange Zeit professionell psychologisch betreut.


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