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Überlebendes Kind nach Airbus-Absturz

Innerhalb eines Monats ist der zweite Airbus abgestürzt. Diesmal handelt es sich um eine Maschine der Fluggesellschaft Yemenia. Kurz vor dem Landeanflug auf die Hauptstadt der Komoren, Moroni, zerschellte der Airbus 310-200 mit 153 Menschen an Bord im indischen Ozean. Einzige Überlebende ist ein 14jähriges Mädchen.


Die Yemenia Airlines entging 2008 nur knapp der schwarzen Liste der Fluggesellschaften. Französische Behörden hatten zudem vor zwei Jahren gravierende Mängel an der abgestürzten Maschine festgestellt. Deswegen durfte der betreffende Airbus 310-200 in Europa nicht mehr fliegen. Doch in Sanaa, der jemenitischen Hauptstadt, stiegen die aus Paris kommenden Fluggäste in den bemängelten Passagierflieger um. Es handelte sich zu einem grossen Teil um französisch-komorische Staatsangehörige, die in ihrem Heimatland, der ehemaligen französischen Kolonie Komoren, bei ihren Verwandten Ferien machen wollten.

Airbus im Jahr 2007 stark mangelhaft

Der komorische Vizepräsident Idi Nadhoim wies denn auch die französchen Behörden zurecht, weil man die komorischen zuständigen Stellen nicht über die Unregelmässigenkeiten beim Airbus 310 informiert hatte. Die Yemenia Airlines hingegen versicherte, dass der abgestürzte Flieger in einwandfreiem Zustand gewesen und das Unglück vermutlich durch Turbulenzen und Windböen von bis zu 110 km/h ausgelöst worden sei. Die Maschine ist seit 1990 in Betrieb, wurde 1999 von Yemenia übernommen und hatte 51 900 Flugstunden hinter sich.

Klarheit über die Unfallursache werden wohl die beiden inzwischen gefundenen Black Boxes bringen. Doch das wird den 152 Toten, darunter 66 Franzosen, auch nichts mehr helfen. Einzig der wie durch ein Wunder geretteten 14jährigen Baya Bakari könnten die Erkenntnisse vielleicht ein wenig über das Trauma des Absturzes und den Verlust der Mutter hinweghelfen. Das Mädchen hatte sich nach dem Unglück über 13 Stunden an ein Trümmerteil festgeklammert und mitten in der Dunkelheit, völlig allein mitten im indischen Ozean, auf Rettung hoffen müssen.

13 Stunden an Trümmer geklammert

Der Vater der Überlebenden, Kassim Bakari, erzählte gar, dass Baya nicht einmal habe schwimmen können und ein sehr ängstliches Mädchen sei. Er hätte nie gedacht, dass sie eine solche Situation überstehen könne. Inwzischen ist Baya wieder in Frankreich, sie durfte in der Staatsmaschine des französischen Ministers für Entwicklungszusammenarbeit Alain Joyandet nach Hause fliegen.

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Moroni, Comoros  KM