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Inferno in polnischem Obdachlosenheim

 

In der Nacht auf Ostermontag brannte ein polnisches Obdachlosenheim vollständig aus. Die Bewohner waren im Schlaf überrascht worden. 23 Menschen, darunter 6 Kinder , starben. Viele der Überlebenden waren in Panik aus den Fenstern gesprungen.

 

In polnischen Sozialwohnungen herrschen katastrophale Zustände. Oft fehlen Heizungen und sanitäre Anlagen, manchmal sogar fliessendes Wasser. Im "Öl-Hotel" von Kamien Pomorski, in dem in der Nacht auf Ostermontag, den 13. April 2009, der schreckliche Brand ausbrach, waren die Verhältnisse kaum viel besser. Zuständige Feuerwehrleute sprachen von Fahrrädern, die an Heizungsrohre gekettet gewesen waren und von Möbeln, die auf den Fluren herumstanden.

Versperrte Fluchtwege und schlampige Wartung

Doch ob mehr Bewohner des Obdachlosenheims im Nordwesten Polens hätten gerettet werden können, wenn die Fluchtwege frei gewesen wären, ist fraglich. Das Inferno, vermutlich durch eine achtlos weggeworfene Zigarette ausgelöst, hatte sich innert Minuten entwickelt und die Menschen in tiefer Nacht überrascht. Angeblich waren die Feuermelder im Haus von der Stadtverwaltung deaktiviert worden. Zudem waren die Innenräume  mit Asbest und Styropor ausgekleidet gewesen. Diese Konstruktion sei in den 70er Jahren erbaut und ursprünglich für 15 Jahre zugelassen gewesen.

Staatstrauer für die 23 Toten

Die Stadtregierung habe bei der Übernahme der ehemaligen Arbeiter-Unterkunft vor einigen Jahren nichts renovieren oder anpassen lassen. Der polnische Innenminister Grzegorz Schetyna drohte denn der Stadtverwaltung von Kamien Pomorski auch mit einem Strafverfahren. Zudem versprach die polnische Regierung den Opfern 1 Million Zloty (230 000) Euro) Soforthilfe und rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

In der Nacht auf Ostermontag müssen sich im Obdachlosenheim grauenhafte Szenen abgespielt haben. Zwei Dutzend Menschen seien in Panik aus den Fenstern gesprungen. Als die Feuerwehr, die um 00 40 Uhr alarmiert worden war, am Brandort eintraf, stand das Haus bereits in Vollbrand. So entschieden sich die Feuerwehrleute wohl für das einzig Richtige und konzentrierten sich darauf, die Menschen zu retten. Elf Bewohner seien so innerhalb von sieben Minuten noch aus dem Haus geholt worden. Doch für 23 Menschen kam jede Hilfe zu spät. Besonders tragisch, unter den Toten befinden sich auch sechs Kinder. Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich zudem sehr schwierig, da viele bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren.

 

 

 

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Kamień Pomorski  PL