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Als Sechzehnjährige wollte ich einen schönen Sommernachmittag zusammen mit einem guten Freund am Ufer des Zürichsees geniessen. Leider endete der Ausflug mit einem Fiasko. Ich stürzte in Glasscherben, mein rechter Ringfinger baumelte herunter, ich wurde in die Notfallstation der Universitätsklinik gefahren und musste eine rund dreistündige Operation über mich ergehen lassen.

Teenager stellen gerne unvernünftige Dinge an. Nie ist die Unfallgefahr so hoch wie in jugendlichem Alter. Auch ich musste das mit sechzehn Jahren schmerzlich erfahren. Als ich im Juli 1993 mit einem gleichaltrigen Freund nach Zürich fuhr um den heissen Sommertag am Ufer des Zürichsees zu geniessen, hatte ich allerdings nicht vor, irgendetwas Unvernünftiges anzustellen. Auch als wir beide auf einen Baum kletterten, dessen Äste bis über das Wasser hingen, waren wir uns keiner Leichfertigkeit bewusst. Wir wollten lediglich etwas ungestört plaudern können - auch damals war das Zürichseeufer schon ein Mekka für Sonnenhungrige. Ausserdem fanden wir es einfach lustig mal wieder wie als Kinder auf einem Baum zu sitzen.

Vom Baum in Glasscherben gefallen

Als wir uns aber wieder an den Abstieg machten, kam es zu dem für mich verhängnisvollen Unfall. In der Nacht zuvor hatte es geregnet, und so war die Rinde des Baumes noch glitschig. Von Haus aus etwas ungeschickt rutschte ich also aus, verlor den Halt, klammerte mich noch für einige Sekunden an einem über dem Wasser hängenden Ast fest und stürzte dann rücklings ins Wasser. Wie ich es geschafft habe mich trotz Sturz auf den Rücken mit den Händen so kräftig auf dem Seeboden aufzustützen - das Wasser war an der betreffenden Stelle nur wenige Zentimeter hoch - , dass ich mir im Wasser liegende Glasscherben in die rechte Handfläche rammte, ist mir bis heute ein Rätsel.

Als ich nach dem komödienreifen Ausrutscher aus dem Wasser stieg, baumelte mein rechter Ringfinger jedenfalls bedrohlich herunter. Und ich hatte nur noch einen Gedanken: "Hilfe, ich will meinen Finger nicht verlieren!" Zum Glück eilte mir ausser meinem Freund auch gleich ein spazierender Arzt zu Hilfe. Dieser konnte mich so weit beruhigen, dass ich nicht mehr Angst hatte, meinen Finger verlieren zu müssen. Er vermutete, dass die Sehnen meines Ringfingers von den Glasscherben durchtrennt worden waren.

Durchtrennte Sehne

Der nette Mensch begleitete uns zu einer Telefonzelle, rief den Taxidienst und die Notfallstation des Zürcher Universitätsspitals an und zuguterletzt drückte er mir sogar noch das Geld für das Taxi in die Hand. Seine Hilfsbereitschaft entschädigte mich für das eher ruppige und unhöfliche Verhalten der Pfleger und Ärzte im Unispital. Und im übrigen war seine Vermutung richtig gewesen. Die Sehnen meines rechten Zeigefingers waren durchtrennt worden. Da die Handchirurgie eine komplizierte und filigrane  Angelegenheit ist, wurde ich drei Stunden lang operiert, und musste mehrere Monate eine Spezialschiene tragen. Heute funktioniert meine lieber Ringfinger wieder praktisch ganz so wie er sollte. Leicht eingeschränkt ist seine Beweglichkeit nur beim Zusammendrücken der Hand. Da ich aber weder Pianistin bin noch sonst einen feinmotorisch anspruchsvollen Beruf habe, spüre ich diese Beeinträchtigung im Alltag nicht.

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