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Französischer Airbus über Atlantik verschollen

 

Wie in einem grausigen Thriller klingt es: Ein Airbus 330-200 der Air France ist in der Nacht auf den 1. Juni 2009 vom Himmel verschwunden. Die Maschine, und mit ihr 228 Menschen, ist vermutlich in den Atlantik gestürzt. Die Hoffnung auf Überlebende ist nur noch minimal.


Der Airbus 330-200 der Air France startete von Rio de Janeiro aus und war unterwegs nach Paris. Um 0.30 Uhr MSZE hob die mit 228 Menschen besetzte Maschine ab und geriet kurz darauf in ein schweres Unwetter mit heftigen Turbulenzen. Um 4.00 MSZE meldete der Pilot des Fluges AF447 noch Schwierigkeiten mit der Elektronik. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Airbus schon 560 Kilometer von der brasiliansichen Küste entfernt und flog auf einer Höhe von 11`000 Metern. Um 04.14 MSZE setzte das automatische Meldesystem des Fliegers eine Pannenmeldung ab, der Stromkreis sei unterbrochen. Von da an gab es von der Maschine keine Meldung mehr.

Leuchtende Punkte im Meer

Gegen 8.00 MSZE hätte sie dann in der Nähe des europäischen Festlandes wieder auf dem Radarschirm erscheinen sollen. Tat sie aber nicht. Die Air France informierte sehr schnell die brasilianischen und afrikanischen Flugbehörden. Die brasilianische und die französiche Armee suchen noch immer nach den Trümmerteilen. Ein Pilot der brasilianischen Fluggesellschaft TAM meint ca. 1300 Kilometer von der Inselgruppe Fernando de Noronha entfernt orange leuchtende Punkte im Meer gesehen zu haben. Es könnte sich um brennende Wrackteile des vermissten Airbus gehandelt haben.

Die Beobachtungen des Piloten stützen die fast schon zur Gewissheit gewordenen Vermutungen, dass die Maschine in den Atlantik gestürzt ist, und es keine Überlebenden geben wird. Warum der erst am 16. April 2009 zum letzten Mal gewartete Airbus verunglückt ist, bleibt Gegenstand von Spekulationen.

Explosion in der Luft?

Erste Meldungen über einen Blitzeinschlag als Auslöser der Katastrophe werden von Flugexperten nicht bestätigt. Die Hülle eines Flugzeuges wirke wie ein Faraday`scher Käfig, der Strom werde über das Gehäuse abgeleitet. Ein Flugzeug dieser Grösse überstehe einen Blitzeinschlag. Ausserdem komme es auf der betreffenden Flugstrecke immer wieder zu schweren Turbulenzen.

Die Besatzung des Airbus sei erfahren gewesen, der Pilot habe über 11`000 Flugstunden hinter sich gehabt. Ein Terroranaschlag wird inzwischen ebenfalls praktisch ausgeschlossen. Am wahrscheinlichsten sind die Befürchtungen des französischen Gerichtsexperten für Flugunfälle Francois Grangier, dass die Maschine in der Luft, eventuell durch eine Explosion, zerstört worden sei. Das würde erklären, warum alle drei Notrufsysteme des Airbus keine Signale schickten. Laut Grangier müsse alles sehr schnell gegangen sein.

Kaum noch Hoffnung auf Überlebende

Solche Spekulationen helfen auch den entsetzten Angehörigen auf dem Pariser Flughafen Roissys-Charles de Gaulle nicht weiter. Sie wurden schon vor der geplanten Ankunft des Passagierfliegers um 11.10 von Polizeibeamten zur Krisenzelle des Terminal 2E geführt. An Bord der Maschine befanden sich vor allem Brasilianer, Franzosen und Deutsche, daunter sieben Kinder und ein Baby. Für sie alle besteht auch nach Aussagen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy kaum noch Hoffnung. Er hat derweil die USA gebeten Frankreich und Brasilien bei der Suche nach dem verunglückten Flugzeug zu helfen. Satellitenaufnahmen könnten allenfalls zeigen, wo die Maschine abgestürzt ist.

 

Zahlen und Fakten zum verunglückten Airbus 330-200

Die vermutlich abgestürzte Maschine stammt aus den Werken des Herstellers Airbus. Sie kann bis 59 Meter lang sein und eine Flügelspannweite von über 60 Metern haben. Bei der typischen Ausgabe ist die Passagierkabine 45 Meter lang, und es hat Platz für 253 bis 293 Menschen. Die Maschine wird von zwei Turbinen angetrieben und wurde besonders für lange, interkontinentale Nonstop-Verbindungen konzipiert.

Beim Start darf der grosse Airbus bis 230 Tonnen wiegen und kann 114`000 Liter Treibstoff mitführen. Das maximale Ladegewicht beträgt 180 Tonnen. Der verunglückte Airbus war im April 2005 in Betrieb genommen worden und hatte rund 2500 Flüge absolviert.

 

 

 


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